1.5 Kann das hier auch in Situationen helfen, in denen Samekh und Qof keine enge Beziehung zueinander hatten?

Was wir hier geschrieben haben, wurde für Krisen entwickelt, in die Leute verwickelt sind, die beide jeweils eng in das Leben der anderen Person involviert sind, d.h. viel von dem hier beschriebenen trifft nicht auf Situationen zu, in denen sich die Leute nicht so gut kennen. Da die Beteiligten eng miteinander verbunden sind, können besonders viele verschiedene Gefühle auftauchen – Scham, Wut, Liebe, Sehnsucht, Frustration, Zärtlichkeit, Verwirrung oder komplettes Durchdrehen. Dies kann Menschen dazu veranlassen, Dinge mitzumachen, die sie sich von jemand Anderen nicht gefallen lassen würden. Es kann sein, dass sie ( Qof oder Samekh) den Mist, in dem sie stecken, gar nicht erkennen oder das problematische Verhalten auf eine Art und Weise entschuldigen, die sie in einer vergleichbaren Situation mit anderen Menschen nie tolerieren würden. Es geht in solchen Fällen wahrscheinlich um einen längeren Prozess, auch wenn sich die direkt Involvierten auf ein konkretes Ereignis beziehen. Eine der Aufgaben der Hilfeleistenden in Fällen von intimer Gewalt (durch transformative Hilfe) ist es, sowohl Qof als auch Samekh dazu zu bringen, sich diesen Prozess und die eigene Rolle darin anzuschauen und die Verantwortung für das eigenen Verhalten zu übernehmen, um nicht später noch mal durch dieselbe Hölle gehen zu müssen. Bei Geschehnissen wo sich Qof und Samekh nicht gut kannten, treffen viele dieser Aspekte nicht zu. Wenn ihr euch dessen bewusst seid, können die Vorschläge zur Koordination und zur physischen und psychischen Hilfe aber wahrscheinlich auch in solchen Fällen hilfreich sein.