2.2 Physische Hilfe

Dazu gehört:
Für Qof und Samekh

- Unterkunft/Wohnung
- Essen
- Geld
- Kinderbetreuung
- medizinische Versorgung
- Begleitung
– zu und von der Arbeit, dem Wohnbereich, oder anderen häufigen Aufenthaltsorten
– zu Hause, bei Treffen, Veranstaltungen usw.

Für Samekh

- Leute, die im Notfall da sind
- Jemand der/die mit Nachbar_innen/Szeneleuten/Mitbewohnern_innen redet und sie wissen lässt, dass Qof gefährlich ist und/oder vorläufig zu verschwinden hat.

Bei der Suche nach Lösungen, wie Samekh der intimen Gewalt entgehen kann, neigen wir dazu, den Auszug aus der gemeinsamen Wohnung nahe zu legen, zu einer Freund_in, in einen anderen Stadtteil oder sogar in eine andere Stadt zu ziehen, obwohl Samekh dann ohne Wohnung dasteht, sich irgendwo verstecken muss und Samekh’s Leben so stark eingeschränkt wird.
Manchmal lässt sich das nicht verhindern, aber Sicherheit kann auch dadurch erreicht werden, dass für Qof eine andere Bleibe gefunden wird, „Beschützer_innen“ organisiert werden usw. Jemanden zu begleiten ist viel Arbeit und ist auch nicht immer nötig, kann aber für Samekh wichtig sein, um sich z. B. sicher und unterstützt zu fühlen. Wenn Samekh um Begleitung (für sich oder für Qof) bittet, ist es eine gute Idee, das wenigstens eine Zeit lang zu machen, auch wenn es allen anderen nicht notwendig erscheint. Samekh kennt die eigene Situation am besten, und wenn Samekh Angst um die eigene Sicherheit hat, gibt es höchstwahrscheinlich gute Gründe dafür (42% aller ermordeten Frauen werden von nahestehenden Personen getötet).

Samekh will Qof vielleicht auch einfach nicht mehr sehen müssen. Je nachdem wie öffentlich der Raum ist, aus dem Qof ausgeschlossen werden soll, kann dies eines der schwierigsten Dinge sein, die es auszuhandeln gilt (besonders, wenn Samekh sich nicht in der Lage fühlt über das Geschehene zu sprechen), denn das bedeutet, dass Hinz und Kunz an einer Auseinandersetzung beteiligt sind und alle anfangen, ihren Senf dazuzugeben. Aber Qof muss nicht für immer aus einem Haus/Infoladen/Übungsraum oder einer Gruppe verbannt werden. Normalerweise können Samekh und Qof mit einem Aufeinandertreffen umgehen, wenn sich die Situation beruhigt hat (auch wenn das eine ganze Weile dauern kann). Wenn ihr vorschlagt, dass der Ausschluss für ein oder zwei Monate gilt und dann erneut geprüft wird, ob es eine andere Möglichkeit gibt, könnte das verhindern, dass das Ganze wie eine endgültige Entweder-oder-Entscheidung rüberkommt, bei der alle anfangen rumzuschreien und sich angegriffen fühlen.