2.4 Transformative Hilfe: 2.4.1 Für die Unterstützenden – das könnt ihr tun:

⁃ zuhören ohne zu verurteilen
⁃ Samekh bzw. Qof dabei zu helfen ihre Situation besser zu durchschauen, indem ihr zusammen die Geschichte der intimen Gewalt aufschreibt
⁃ zu fragen, was sie sonst noch brauchen/wollen um sich sicher und wohl zu fühlen
⁃ ein Treffen mit dem Unterstützungs- Team zu arrangieren, nur um zu sagen „wir sind da für dich“!
⁃ sich die Muster intimer Gewalt genauer ansehen
⁃ Samekh / Qof dazu bringen, zu sehen, welche Rollen sie und die andere Person eingenommen haben
⁃ ihnen dabei helfen herauszufinden, wie sie sich ihr Leben wünschen und was sie tun können, um dies so weit wie möglich zu verwirklichen
⁃ sie sitzen- und sich auch mal zurückziehen zu lassen, aber nicht ewig
⁃ sie aufzurütteln oder zu wecken und an die frische Luft zu schleppen

Bevor wir konkret werden, wollen wir alle vorwarnen, dass bei der transformativen Hilfe eine Reihe von Fähigkeiten nötig sind, die man sonst eher aus den Bereichen der psychologischen Arbeit kennt oder die man braucht um sich auf der Straße durchzuschlagen, also eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Kompetenzen. Falls ihr und eure Freund_innen diese Art der Unterstützungsarbeit erlernen wollt, schickt ein paar Leute zu Schulungen, zum Beispiel von Hotlines für Selbstmordgefährdete oder von bestimmten Frauenhäusern. Diese werden manchmal für Freiwillige angeboten. Dann macht einige Rollenspiele und übt erst gegenseitig an euch, bevor ihr versucht eure Fähigkeiten in der Realität auszuprobieren. Es ist nämlich nicht besonders hilfreich Leute, die gerade am Durchdrehen sind als Versuchskaninchen zu benutzen. Trotzdem werdet ihr anfänglich keine Ahnung von dem haben, was ihr da eigentlich macht bis ihr die ersten Erfahrungen gesammelt habt. Versucht das bei der Zusammenstellung eurer Gruppe – wenn möglich – zu berücksichtigen (so sollten z.B. Leute mit theoretischem Wissen mit Leuten, die bereits praktische Erfahrung haben, zusammen arbeiten).

Ihr könnt auch überlegen, ob es für eure Arbeit sinnvoll ist, eine_n freundliche_n Mediator_in oder Therapeut_in um Hilfe zu bitten. Dabei solltet ihr aber im Auge behalten das die transformative Hilfe kein Prozess ist, mit dem die meisten „normalen“ Leute und Organisationen vertraut sind und den sie befürworten.