3.2 Wie redet ihr mit anderen Leuten über einen Konflikt?

Als Unterstützer_in werden dir in bestimmten Situationen viele Leute Fragen darüber stellen, was eigentlich passiert ist. Wie und ob du diese Fragen beantwortest, hat Einfluss darauf, welche Gerüchte in Umlauf sind. Es ist wichtig, ehrlich zu bleiben und nicht alles schwarz zu malen. Das kann schwierig sein, wenn du auf eine der Personen sauer bist. Aber denk dran, dass Situationen nur selten bis nie durch einen Lynch-Mob auf der Suche nach dem Bösewicht verbessert werden.

Es ist wichtig die Person, der geholfen werden soll, zu fragen, wie viele Details sie preisgeben möchte. Sie will vielleicht nicht, dass alle möglichen Leute ihre Nase in die Sache stecken. Oder sie weiß vielleicht nicht, was sie will. Falls das der Fall ist, mach ein paar Vorschläge, z.B.: Ist es okay Leuten was über x, y und z zu erzählen? Soll ich nichts genaueres sagen, sondern nur, dass ihr eine schwierige Zeit habt? Gibt es Leute, die auf keinen Fall was wissen sollen?

Sei bei deinen Fragen so präzise und eindeutig wie möglich. Achte darauf, dass du dir genug Zeit nimmst, um die Person, der du hilfst, zu ermutigen dir klar zu machen, was genau sie will. Es mag oft schwer sein, dass so hinzukriegen, dass sie sich dabei nicht in die eine oder andere Richtung gezogen fühlt. Aber mit Zeit und Geduld können die Person und ihre TTU herausfinden, was geht und was nicht. Dieses Gleichgewicht ist schwer zu erreichen, weil die Helfenden oft auch ihre eigenen Vorstellungen zur Weitergabe oder Zurückhaltung von Informationen haben. Diese Vorstellungen müssen respektiert werden – wenn auch nicht notwendigerweise auf sie eingegangen werden muss.

Manchmal geraten Gerüchte außer Kontrolle und in der Szene wird Mist geredet. Wenn das geschehen ist, kann es hilfreich sein, die beiden unterstützenden Gruppen zusammen zu bringen, um darüber zu reden, was wirklich passiert ist. Sorgt dafür, dass ihr dabei eine gute Moderation habt. Die Leute, die an einem solchen Treffen teilnehmen, können dazu ermutigt werden zusammenzuhalten und sich daran zu erinnern, dass wir alle in der Szene miteinander klarkommen wollen und alle das Bestmöglichste beabsichtigen. Alle können sich dann dafür entscheiden, sich nicht mehr an der Gerüchteküche zu beteiligen und anderen zu sagen, dass sie gefälligst den Mund halten sollen.